- Biologische Schutzgemeinschaft - Vereinigung für Natur- und Umweltschutz zu Göttingen e. V.

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Protokoll Jahreshauptversammlung 16.1.2020

Anwesende: siehe Teilnehmerliste (nicht online).
Vorstand anwesend: Kai Cormann, Fionn Pape, Hans Günter Joger, Frederike Siegel
Vorstand abwesend (krank): Waltraud Gradmann, Bettina Marth
Protokoll: Eckhard Gottschalk

  • 1. Begrüßung
durch Hans Günter Joger

  • 2. Genehmigung des Protokolls der letzten Jahreshauptversammlung
keine Einwände. Tagesordnung ohne Einwände genehmigt.

  • 3. Jahresbericht 2019
Rebhuhnschutzprojekt: Das Projekt wird sowohl von der BSG, wie von der Abteilung Naturschutzbiologie der Uni Göttingen getragen. Im Moment laufen die wesentlichen Arbeiten organisatorisch über die Uni. Im Rahmen des EU-Interreg-Projektes PARTRIDGE wurden in 5 Regionen Westeuropas insgesamt 10 Demogebiete eingerichtet. Diese Gebiete haben das Ziel vorzuführen, wie sich mit hochwertigen Maßnahmen die Biologische Vielfalt der Agrarlandschaft wieder regenerieren lässt. Das Rebhuhn ist die Zielart, aber es werden auch andere Brutvögel, Feldhasen und Insekten mit einem Monitoring erfasst. Die beiden deutschen Demogebiete liegen bei Göttingen (Geismar/Diemarden) und im Eichsfeld (Nesselröden), also im landkreisweiten Projektgebiet des Rebhuhnschutzprojektes. In beiden Gebieten wurden vor allem Blühflächen angelegt. Die Maßnahmen nehmen ca. 7% der Ackerflächen ein. Wir haben eine neue Saatmischung zur Herbstansaat erprobt, die sich überwiegend aus Wildarten zusammensetzt. Wir erhoffen uns davon einen größeren Mitnahmeffekt für die Insektenfauna, die teilweise als Futter- und Nektarpflanzen auf bestimmte einheimische Arten angewiesen ist. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Maßnahmen den erhofften Effekt bringen.

Wildbienen: 2016 – 2018 hat Thomas Fechtler auf 4 Probeflächen (Einzelberg, Huhnsberg, Ellershagen, Bratental) Wildbienen erfasst. Alle Flächen werden von der BSG gepflegt. Auf diesen 14 Hektar, die untersucht wurden, fand sich 43% des landesweiten Arteninventars der Wildbienen! Allein auf dem Huhnsberg konnten mehr als 100 Arten festgestellt werden, davon 51 auf der Roten Liste Niedersachsens. 30 Arten waren auf der Liste der Wildbienen Niedersachsens von 2002 noch nicht verzeichnet, sind also neu eingewandert. Thomas Fechtler erbrachte außerdem zwei Erstnachweise für Niedersachsen. Das Wildbienenprojekt wurde von der Bingo-Umweltstiftung besucht. Im AK Wildbienen (u. a. angeleitet durch Thomas Fechtler, Fionn Pape, Hubertus Rölleke) findet sich auf Exkursionen ein interessiertes Publikum zur Fortbildung zusammen. Der AK hat eine Stellungnahme zur Blühstreifenaktion des Landvolks veröffentlicht, in dem Optimierungsbedarf beschrieben ist. Eine Kooperation mit dem Göttinger Tageblatt schafft weiteres Bewusstsein in der Öffentlichkeit zur heimischen Fauna und Flora. Als Folgeprojekt der lokalen Wildbienenerfassung ist die Erstellung einer Gesamtartenliste des Landkreises (evtl. sogar ein Atlas) geplant.

Pflegeeinsätze: 2019 war eines der erfolgreichsten Jahre: 96 Personen haben 1115 Pflegestunden geleistet. Angeschafft wurden 2 neue Akkusensen, 1 Motorsäge, 1 Motorsense, neue Astscheren.

Beweidungsprojekt: Auf ca. 7 Hektar führt Kai Cormann im 5. Jahr Beweidung mit Ziegen und Schafen durch. Eine neue Fläche kam 2019 dazu. Die Gehölze konnten durch die Beweidung stark zurückgedrängt werden. Der bestellte neue Anhänger konnte noch nicht geliefert werden. Kai Cormann hat eine wolfssichere Ausrüstung beantragt.

Eremit in Göttingen: Der seltene Käfer (Osmoderma eremita) wurde von Bettina Marth im Alten Botanischen Garten nachgewiesen. Die gezielte Nachsuche erbrachte weitere Exemplare in den alten Linden am Wall. Die Stadt lässt nun den Eremiten im Bereich des Walls um Theater und des Botanischen Gartens kartieren.

Laubfrosch: Hans Günter Joger hatte geplant,  auf der BSG-eigenen Wiese bei Lödingsen einen weiteren Teich anzulegen. Im letzten Sommer lagen alle drei Teiche trocken. Gelegentliches, spätes Austrocknen von Gewässern ist für den Laubfrosch günstig, da ein solches Ereignis die Prädatoren der Kaulquappen reduziert. Der älteste Teich ist schon relativ verkrautet und die meisten quakenden Männchen fanden sich am mittleren (größten) Teich. Bisher konnte der neue Teich noch nicht angelegt werden, da der vielbeschäftige Unternehmer Zeit haben muss, den Bagger und die Lastwagen zu stellen und das Wetter passen muss (optimal wäre Frost). Wir hoffen, dass der neue Teich noch in diesem Winter entstehen kann.

Gerichtsverfahren Rebhuhnschutzprojekt: Die Innenrevision des NLWKN hatte der BSG Formfehler bei der Durchführung des Projektes zur niedersachsenweiten Schulung von Akteuren zum Rebhuhnschutz vorgeworfen und die Förderung widerrufen. Da die BSG unter großen Anstrengungen über 80.000 € für dieses Projekt vorstrecken musste, hatte der Widerruf den Verein nahe an die Insolvenz gebracht. Die Klage gegen den Widerruf hat die BSG nun gewonnen: Der Widerruf der Bewilligung war rechtswidrig. Aufgrund einer Verwaltungsvorschrift, die alle Verfahren bezüglich EU-Mitteln betrifft, wollte die Juristin des NLWKN Beschwerde beim OVG einreichen, um den Sachverhalt nochmals in höherer Instanz behandeln zu lassen (das Verwaltungsgericht in Göttingen hatte eine Berufung nicht zugelassen). In einem Gespräch mit dem Staatssekretär des Umweltministeriums konnte Hans Günter Joger dieses verhindern. Am 19.12.19 hat der NLWKN endlich die ausstehende Summe von ca. 84.000 € ausgezahlt. Durch einen ärgerlichen Fehler unseres Anwalts, muss die BSG einen Teil der Gerichtskosten tragen, obwohl sie das Verfahren inhaltlich gewonnen hatte. Anwaltskosten und Verfahrenskosten belaufen sich auf 9.000 €.

  • 4. Kassenbericht
Der Kassenstand beträgt nach Auszahlung der 84.000 € durch den NLWKN 145.000 €. Davon muss allerdings einiges noch ausgezahlt werden, etwa Gelder der Hermsen-Stiftung für PARTRIDGE oder ausstehende Auszahlungen, die verzögert wurden, um die BSG vor der Insolvenz zu bewahren. Nach diesen Abzügen beläuft sich das Vermögen der BSG nach dem eisernen Sparen der letzten, finanziell schwierigen Jahre auf ca. 100.000 €. Das Journal der Ausgaben und Einnahmen und eine Zusammenfassung des Journals wurden präsentiert.

  • 5. Bericht des Kassenprüfers
Jörg Pfisterer berichtet, dass Einnahmen und Ausgaben nachvollziehbar und übersichtlich dokumentiert sind.

  • 6. Entlastung des Vorstandes
Ein Mitglied, Barbara, schlägt die Entlastung des Vorstandes vor. Die Entlastung wird ohne Gegenstimme und mit 4 Enthaltungen (Vorstand) beschlossen.

  • 7. Wahl des Kassenprüfers
Als neue Kassenprüferin wird Elke Just gewählt (keine Gegenstimme, eine Enthaltung)

  • 8. Verschiedenes
Friederike Siegel tritt aus dem Vorstand zurück. Der Vorstand bestimmt kommissarisch Esther Schneider als Vertretung. Vorschläge für neue Geräte: 3  neue Astsägen. Es wird vorgeschlagen, einen Bestimmungsflyer für die häufigsten bzw. auffälligsten Widlbienen der Stadt zu entwickeln und auszugeben. Es wurde außerdem vorgeschlagen, die Zusammenarbeit mit dem städtischen Grünflächenamt zu intensivieren, um weitere Grünflächen im Stadtbereich bienenfreundlicher zu gestalten.
 
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