Waldschmetterlinge - Biologische Schutzgemeinschaft - Vereinigung für Natur- und Umweltschutz zu Göttingen e. V.

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Waldschmetterlinge

Im Rahmen allgemeiner faunistischer Erfassungen sind Schmetterlinge oft weniger repräsentiert. Unterstützt durch die Naturschutzstiftung Papilio, hat die BSG 2011 dieses kleine Projekt realisiert – mit besonderem Augenmerk auf die Tagfalter des Waldes. Gerade ihnen haftet heute manchmal fast schon die Aura des Exotischen an.

Die Idee zu dieser kleinen saisonalen Erfassung in der Region gab am 4. Juni 2011 ein Großer Eisvogel, der auf dem Kameraobjektiv gelandet war. Dieser Schmetterling (Limenitis populi, Bild 1) lässt sich nur sehr selten sehen. Er ist der größte mitteleuropäische Tagfalter. Wie auch viele übrige der großen dunklen Wald-Edelfalter sucht er mineralhaltige Kost, nicht etwa Blütennektar. Somit war das Tier leicht zu „überreden“, auf den Finger des Fotografen zu klettern und dort zu tupfen.

Weithin am bekanntesten aus dieser Faltergruppe ist der Große Schillerfalter (Apatura iris). Sein wissenschaftlicher Name huldigt Iris, der Göttin des Regenbogens und des Blaus des Himmels. Denn nur deren Lichtzauberei an feinen Oberflächenstrukturen ist es, die das blaue Wackelbild der Flügel erzeugt (Bild 2). Das Prinzip ist ähnlich wie beim Schillern der Seifenblase, des Ölfilms auf Nässe oder den Sonnenreflexen einer Roh-DVD, göttliche Nanotechnik sozusagen. Blaue Pigmente enthält der Flügel nicht.

Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia, Bild 4) ist relativ neu in unserer Region und scheint aktuell seine Population hier noch immer weiter zu vergrößern, wohl infolge der Klimaerwärmung. Auf dem Kerstlingeröderfeld gibt es inzwischen ein dichtes Vorkommen. Vergleichbares scheint auch auf den Großen Fuchs (Nymphalis polychloros, Bild 6) zuzutreffen.

Dieses Projekt nutzte auch den Umstand, dass die etwa drei letzten Jahre für die großen, dunklen Waldfalter hier besonders gute Jahre gewesen zu sein schienen. Über die Erklärung dafür lässt sich spekulieren. Vielleicht liegt es an den letzten Wintern, die nach Längerem wieder „normaler“ ausfielen und dauerhaften Frost brachten. Die Überwinterungsstadien gerieten so nicht in Gefahr, Energie zu verschwenden, und Pilze und andere Parasiten wurden durch Frost reduziert.

Das Wesentliche zum Schutz aller Arten ist und bleibt aber der Lebensraumerhalt. In diesem Fall geht es um gesunde Waldrandstrukturen und Hecken. Um sie so ungestört wie in Bild 9 zu finden, müssen wir inzwischen länger suchen. Die beiden Szenen zeigen unterschiedliche Partien des Kaufunger Waldes, sie beherbergen jede für sich die Mehrzahl der hier gezeigten Falterarten. Die untere symbolisiert geradezu noch bäuerlich extensive Wirtschaftsweise und könnte damit ebenso gut aus den 1960er Jahren stammen; hierin wird auch der Zusammenhang zwischen „Biodiversität“ und Landschaftsbild offenkundig.



Eine Bilderaustellung der BSG im Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum Göttingen (GUNZ)


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Zusammenstellung und Fotos: Andreas Pix
 
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